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Frage vom 25.02.2009 - Patientenforum-Archiv

Vorderkammer- oder Hinterkammerlinse

Sehr geehrtes Ärzteteam, in einem vorhergehenden Beitrag erwähnten Sie, an Ihrer Klinik bei Linsenimplantaten (eine Laser-OP ist bei mir nicht möglich) die Variante der Hinterkammerlinse zugunsten der Vorderkammerlinsen aufgegeben zu haben. Vor kurzem sprach ich mit einem Operateur, der weiterhin an Hinterkammerlinsen festhält, da seiner Meinung nach die genauen Ursachen des Endothelzellenverlustes nach Vorderkammer-OPs nicht geklärt seien. Die mögliche Komplikation bei Hinterkammerlinsen – Trübung der natürlichen Linse – sei im schlimmsten Fall durch einen Linsenaustausch zu beheben, die mögliche Hornhautschädigung bei Voderkammerlinsen sei aber irreparabel. Trotzdem scheinen Vorderkammerlinsen sich aber durchzusetzen. Könnten Sie erklären, warum man doch diesem Verfahren den Vorzug gibt? Vielen Dank für Ihre Mühe und freundliche Grüße J. Denzel

Antwort vom 27.02.2009

Die wesentliche Funktion der Augenlinse ist ja die Fokussierung für den Nahbereich.   Bei einem über 50jährigen wäre also eine Linsentrübung keine allzu schlimme Komplikation, weil sich durch einen Linsenaustausch mit einer Multifokallinse sogar eine Verbesserung der Nahsehschärfe erreichen ließe. (Dann kann man sich allerdings auch fragen, warum man bei diesen Patienten nicht gleich einem Linsenaustausch vornimmt, anstatt eine Zusatzlinse zu implantieren.)   Bei einem unter 40jährigen wären jedoch die Multifokallinsen insbesondere im Zwischenbereich von 50 - 80 cm der natürlichen Linse unterlegen.   Die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Linsentrübung mit Hinterkammer-Zusatzlinsen wird mit 2 - 5 % angegeben, die Wahrscheinlichkeit eines schweren Endothelzellverlustes mit Vorderkammerlinsen ist deutlich niedriger.   Dieser Zellverlust würde auch eher schleichend auftreten, so dass man, regelmäßige Kontrollen vorausgesetzt, rechtzeitig reagieren könnte.   Viele Grüße K.Schmiedt
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