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Femto-LASIK Gegenargumente ?

18.02.2005
Auf der Homepage von Professor Seiler (IROC in der Schweiz) sind eine Reihe von Argumenten gegen die Femto-LASIK nachzulesen. Wie stehen Sie dazu ?

Antwort vom 18.02.2005

Die habe ich auch gelesen.

Hier meine Stellungnahme, die ich auch Herrn Prof. Seiler gesendet habe:

Lieber sehr verehrter Professor Seiler, liebe Kollegen vom IROC,

nach dem ich Ihre Stellungnahme zur Femto-LASIK gelesen habe erlaube ich mir als Intralase Anwender einige Anmerkungen zu machen. Wir haben unseren Laser Im Oktober erstmals eingesetzt nachdem ich in den Monaten zuvor bei Dr. Talamo und Dr. Rapoza in Boston die Verfahrenstechnik erlernt habe. Ich hätte die Femto-LASIK nicht in unsere klinische Praxis eingeführt, wenn das System sich noch in der Phase der experimentellen Erprobung befinden würde. Hier wäre mein erster Widerspruch. Ich denke schon, dass wir uns in der Phase der klinischen Anwendung befinden nachdem über die letzten drei Jahre mehr als 150.000 Augen erfolgreich operiert worden sind. Zur Schnittqualität möchte ich anmerken, dass das Interface tatsächlich nicht rauher ist als nach konventioneller Schnittführung mit einem Mikrokeratom, der Schnittrand allerdings deutlich definierter und standardisierter ist. Insgesamt ist die Flapgeometrie ganz unabhängig von den Radii der Augen praktisch immer uniform. Ein Riesenvorteil wie ich finde. Dies betrifft übrigens auch die Flapdicke über den gesamten Durchmesser. Keine, wie bei der konventionell durchgeführten Schnitttechnik übliche Meniskusform. Hierdurch kann die Zielgenauigkeit der folgenden Excimerlaser Behandlung deutlich verbessert werden. Die Flappräparation mit dem Spatel ist tatsächlich etwas traumatischer als nach einem konventionellen Schnitt, ebenso von Nachteil ist die Gasdiffusion in das Gewebe. Meinem Empfinden nach liegt hier auch die Ursache für häufigere, wenn auch milde post-OP DLK sowie das TLS dass Sie genannt haben. Beides lässt sich aber mit Steroiden (Augentropfen) ohne Probleme beherrschen. Bleibt das Problem mit der Perfusion der Netzhaut. Wir haben die Vakuumzeiten mit der Stopuhr gemessen und liegen im Schnitt bei etwa 1 Min. und 25 Sekunden für Ansaugen, andocken, schneiden und losdocken. Die reine Laserzeit liegt immer unter 60 Sekunden. Der Spitzendruck scheint mir unter dem bei den Keratomen zu liegen . Die Zeit ist in der Tat rel. lange aber immer noch deutlich unter der Vulnerabilitätsgrenze für Nervengewebe und hochdifferenzierte Sinneszellen die in etwa bei 4 Minuten liegt. Grundsätzlich stimme ich aber zu. Die Schneidezeit sollte kürzer sein und noch besser wenn gleichzeitig die Pulszeit von derzeit ca. 600 fs auf unter 200 fs gesenkt werden könnte. Dies hat die Hannoveraner Arbeitsgruppe von Luba aber auch schon im Archives publiziert ( Intrastromal refractive surgery with ultrashort laser pulses: In vivo study on the rabbit eye. Graefes Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology 241 (6), 511-517 HEISTERKAMP, A.; MAMON, T.; KERMANI, O.; DROMMER, W.; WELLING, H.; ERTMER, W.; LUBATSCHOWSKI, H. 2003)





Insgesamt bin ich aber dennoch überzeugt, dass schon jetzt mit dem Intralase die LASIK noch sicherer geworden ist, da die potentiellen Nachteile (diffundierende Gase und retinale Perfusionszeit sowie stumpfes Schnitt-trauma) durch die potentiellen Vorteile überwogen werden (Standardisierte Flaps, keine Fehlschnittkomplikationen, keine Epitheldehiszensen). Hierauf basierend empfehle ich schon heute meinen Patienten mit sehr steilen (< 7,5 mm) und sehr flachen ( > 8,0 mm) HH Radien sowie solchen mit dünner HH (< 520 µm) die Femto-LASIK als Methode der ersten Wahl. Patienten die, die gefühlte Sicherheit mit dem Femtolaser bevorzugen, können ebenfalls die neue Methode wählen. Re-LASIK Augen mit schwieriger Flapausgangssituation profitieren ebenfalls von dem neuen Laser. Alles in allem finde ich Ihre Kommentare zu einer Methode, die Sie selber nicht durchführen trotzdem überwiegend sachlich, in der Tendenz der Aussage aber ebenso ungerechtfertigt negativ wie die zurecht von Ihnen kritisierten Protagonisten der Methode diese vielleicht als zu positiv darstellen. Es kommt der Verdacht auf, dass Sie die gleichen, negativ verkehrten Mittel nutzen, um hier in der Marketingschlacht Gegenpunkte zu machen.





Es ist immer wieder eine Bereicherung und Freude Arbeiten von der IROC zu lesen und Sie Herr Prof. Seiler sind ohnehin schon mein persönlicher Augenlaserpapst. Dies voraussetzend, hoffe ich dass meine Anmerkungen nicht als unhöflich oder unangemessen wahrgenommen werden.






Mit herzlichen Grüssen aus Köln. Dr. med. Omid Kermani

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