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Einseitiger grauer Star bei Kindern

29.09.2005
Meine Tochter ist 2,5 Jahre alt und bei ihr wurde einseitiger grauer Star diagnostiziert. Uns fehlt jetzt einiges an Informationen, da wir gerade ganz frisch mit dieser Krankheit konfrontiert wurden. Ich habe jetzt ein paar Fragen. Vielleicht können sie uns ein wenig helfen. Ich möchte für meine Tochter ein Sehen ermöglichen, wie es andere Kinder in ihrem Alter auch haben. Welche möglichkeiten haben wir. Ich habe gelesen, daß es Linsentypen gibt, welche im Nah und Fernbereich funktionieren. Kann meine Tochter mit diesen Linsen wirklich ohne Brille sehen? Wie erprobt sind diese Linsen? Ab welchem Alter wird bei kleinen Kindern operiert? Der Augenarzt hat einen ersten Sehtest gemacht. Rechts 60%, Links 30% Sehvermögen. Wir haben hiervon allerdings nichts bemerkt. Unsere Tochter kann auch kleine Gegenstände sehr gut erkennen. Wie schnell schreitet ein grauer Star bei Kindern vorran? Wie entwickelt sich das Sehen unserer Tochter ohne OP? Alle diese Fragen beschäftigen uns sehr. Vielleicht können sie uns ja ein wenig helfen. Vielen Dank

Antwort vom 01.10.2005

Eine einseitige Katarakt bei Kindern ist eine ernstzunehmende Bedrohung für die Entwicklung der normalen Sehfunktion des betroffenen Auges. Gerade bei einseitigen Trübungen bilden sich sehr schnell bleibende Sehschwächen (Amblyopie) aus. Da das Auge am beidäugigen Sehen nicht mehr teilnimmt, geht das Stereosehvermögen verloren und schliesslich verkümmern die Sehbahnen und Verschaltungszentren für das betroffen Auge im zentralen Nervensystem. Das Auge selbst ist anatomisch gesund, es wird aber - wenn nicht schnell und energisch gehandelt wird - seine volle Sehkraft für immer einbüssen. Die Operation der Wahl in einem solchen Falle ist die Entfernung der getrübten Linse und die Implantation einer Kunstlinse. Von einer multifokalen Linse würde ich eher abraten, da die optischen Nebenwirkungen bei Kindern von Nachteil sein können. Sollte es sich allerdings um eine nur sehr geringfügige Trübung handeln, so kann ggf. das betroffene schwache Auge durch stundenweises abkleben des gesunden Auges (Sehtraining) wieder in seiner Leistung gesteigert werden. Grundsätzlich gilt zu bedenken, dass bei Kindern in diesem Alter jede Woche an Therapieverzögerung ev. Monate des Sehtrainings nach der Behandlung erforderlich machen wird. Verlieren Sie also keine Zeit, konsultieren Sie einen oder zwei verschiedene erfahrene Operateure, die sich den Befund anschauen und wenn Sie dann zwei Meinungen haben müssen Sie sich entscheiden was zu tun ist.

 

MfG.

 

Dr. Kermani

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