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Operation Grauer Star

Wie Robotik, Laser und Digitalisierung die Kataraktchirurgie revolutionieren

Die femtosekundenlaser-assistierte Kataraktoperation stellt die modernste Form der operativen Therapie bei einen Grauen Star dar. Eine Kataraktoperation wird durchgeführt, wenn die körpereigene Linse in Folge des Grauen Stars so stark getrübt ist, dass starke Sehkrafteinschränkungen die Folge sind. Dies passiert bei etwa 50% der weltweiten Bevölkerung ab einem Alter von 60 Jahren. In einem kurzen chirurgischen Eingriff von etwa zwanzig Minuten wird die getrübte Linse aus dem sogenannten Kapselsack im Auge entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt.

Unser leitender Arzt Dr. Kermani beleuchtet in seiner Publikation im AugenSpiegel1 die Besonderheiten der Kataraktchirurgie mit dem Femtosekundenlaser. Zwar sei diese Technik mit höheren Kosten und einer etwas längeren Behandlungszeit verbunden, jedoch liegen die Vorteile klar auf der Hand. Die wichtigsten Vorteile sind ein deutlich schonenderes Verfahren für den Patienten, eine Präzision und Reproduzierbarkeit (Wiederholbarkeit) wie Sie die Menschenhand nie erreichen kann und damit verbesserte Resultate insbesondere in Bezug auf die Sehfehlerfreiheit nach dem Eingriff.

Femtosekundenlaser

Behandlungsablauf

Bevor die getrübte Linse entfernt werden kann, muss diese zunächst zerlegt werden. Bei der herkömmlichen Methode geschieht dies mithilfe einer Ultraschallsonde. Durch die Ultraschallenergie wird die Netzhaut des Auges und die Innenschicht der Hornhaut (Endothelzellen) jedoch strapaziert. Die technisch ausgereiftere Alternative zur Ultraschallsonde stellt der Femtosekundenlaser dar. Dieser wird eingesetzt, um den harten Linsenkern innerhalb seiner Kapsel berührungsfrei präzise und schonend zu fragmentieren und zu öffnen. Es werden im Mittel um die 80% weniger Energie im Auge freigesetzt. Die Kapselöffnung ist zudem perfekt rund und auf die zu implantierende Linse optimal abgestimmt.

Die IOL-Implantation erfolgt dann über einen Zugang, der bei der herkömmlichen Variante zunächst durch einen händischen Schnitt des Chirurgen mit Hilfe eines Skalpells herbeigeführt wird. Bei der Femto-Phako wird zunächst ein Bild der Kornea mittels Kohärenztomographie (OCT) erzeugt. Daraus erzeugt das Lasersystem dann ein Design des vom Laser anzulegenden Zugangs. Nach Bedarf wird dieses Design durch den Chirurgen abgeändert und individuell auf das Auge des Patienten angepasst. Der Femtosekundenlaser realisiert im Anschluss die vorher festgelegte Tiefe, Länge, Lokalisation und den speziellen Winkelgrad des Schnittes mit höchster Präzision.

Der genauen Positionierung und dem perfekten Sitz der Linse wird für die finale Sehleistung allgemein eine enorm hohe Bedeutung beigemessen. Die Technik des Femto-Lasers ermöglicht in diesem Zusammenhang eine genaue Vorhersagbarkeit der Ergebnisse und bietet somit eine höhere Sicherheit als die konventionelle Methode. Vor allem moderne IOLs, die durch ihre besonderen optischen Eigenschaften eine Reihe von Vorteilen bieten, wie bspw. die Korrektion bestehender Hornhautverkrümmungen, sind sehr anfällig für Dezentrierungen. Durch eine genaue Berechnung der Breite und Tiefe des Kapselsacks und einer dementsprechenden Anpassung des Femto-Lasers kann die Linsenpositionierung exakt bestimmt werden. Mögliche Komplikationen können so gezielt im Voraus vermieden werden. Im Ergebnis zeigt sich eine zielgenaue Einstellung der Sehstärke des Patienten in der Nähe, sowie in der Ferne.

Zusätzlicher Nutzen

Zusätzlich wird der Femtosekundenlaser auch bei Refraktiv-Patienten im Rahmen der Femto-LASIK genutzt. Ziel ist es, durch die Einbringung von Laserenergie eine Hornhautlamelle (den sogenannten Flap) zu erzeugen, um das darunterliegende Gewebe für die weitere Behandlung offen zu legen. Durch eine genaue Berechnung der Hornhaut und die individuelle Einstellung des Femto-Lasers kann der Flap sehr präzise und schonend ausgeführt werden und ist somit auch für Patienten mit dünner Hornhaut geeignet.

Der Femtosekundenlaser bedient sich modernster Infrarot-Lichtimpulstechnik. Er erreicht, aufgrund der Vorhersagbarkeit der Ergebnisse und der hohen Sicherheit durch die strategische Vermeidung von Komplikationen, zielgenaue refraktive Ergebnisse.

In der Augenklinik am Neumarkt arbeiten wir schon seit 2017 mit dem Femtosekundenlaser und haben bereits über 2.000 Patienten erfolgreich therapiert.

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1Quelle:

Kermani, O. (2012). Femto-Laser in der Katarakt- und IOL-Chirurgie. AugenSpiegel. Ausgabe 6/2012. S. 26-33.

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