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Behandlung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das trockene Auge zu behandeln.
Dabei kommt es besonders auf die Ursachen
für das trockene Auge an, weshalb bei der Behandlung auf diese einzugehen ist.

Wie wird das trockene Auge festgestellt?
Besteht der Verdacht einer Benetzungs-störung, kann der Augenarzt Menge und Zusammensetzung des Tränenfilms untersuchen. Mit einem Filterpapierstreifen, der in den Bindehautsack gehängt wird, misst er die Flüssigkeitsmenge. Diese Methode bezeichnet man als Schirmer-Test. Aufschluss über die Stabilität des Tränenfilms gibt die Zeitspanne zwischen Lidschlag und Aufreißen des Tränenfilms. 

Der Augenarzt färbt dazu die Hornhaut mit einem Farbstoff an und beobachtet Veränderungen durch ein speziell ausgestattetes Biomikroskop, der so genannten Spaltlampe. Nur mit Hilfe dieses optischen Gerätes kann ein Augenarzt Veränderungen der Augenoberfläche bei trockenen Augen diagnostizieren. 

Tränenersatzmittel
Das trockene Auge wird mit künstlichen Tränen behandelt. Diese unterstützen den eigenen instabilen Tränenfilm. Die so genannten Tränenersatzmittel enthalten nur pflegende Substanzen für die Augenoberfläche und können nicht, wie von unseren Patienten immer wieder befürchtet, zu oft angewendet werden, sondern im Gegenteil höchstens zu selten. Patienten mit extrem trockenen Augen tropfen häufig sogar jede Stunde oder alle 30 Minuten. Die künstlichen Tränen werden als Augentropfen, Augengel oder als Salbe angeboten, so dass individuell das passende Mittel gewählt werden kann. Sie benetzen die Hornhaut – ersetzen aber den natürlichen Tränenfilm, der die Hornhaut mit antibakteriellen Bestandteilen, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, in der Regel nicht. 

Von den pflegenden Tränenersatzmitteln abzugrenzen sind Augentropfen, welche die Augen durch eine künstliche Verengung der Bindehautblutgefäße weiß machen. Der kosmetische Effekt ist zwar häufig angenehm und erwünscht, allerdings kommen bei verengten Gefäßen verminderte Mengen an Nährstoffen und Sauerstoff auf der Augenoberfläche an. Die Symptomatik des trockenen Auges kann auf diese Weise sogar verschlechtert werden.

Verschluss des Tränenkanals
Zusätzlich zu Tränenersatzmitteln kann bei sehr trockenem Auge das untere Tränenpünktchen von einem kleinen Silikonpfropfen vorübergehend verschlossen und dadurch das Ablaufen der Tränen in den Tränenkanal zur Nase verzögert werden. Diese so genannten Punctum Plugs können mehrere Monate im Tränenpünktchen verbleiben und die Sicca-Symptome lindern. Ein "Überlaufen" des Auges tritt nicht ein, da der zweite Eingang zum Tränenkanal, das obere Tränenpünktchen, offen bleibt. Diese Maßnahme ist in Fällen mäßiger bis stark ausgeprägter trockener Augen angebracht und macht den Alltag der Betroffenen oftmals weit angenehmer. Sie kann natürlich auch mit der Gabe von Tränenersatzmitteln kombiniert werden, um in Fällen starker Trockenheit die Menge der künstlichen Tränen so weit wie möglich zu verringern. 

Die Menge der produzierten Tränenflüssigkeit ist bei jedem Augenpaar individuell verschieden, grundsätzlich aber gilt: Je mehr körpereigene Flüssigkeit gerettet werden kann, desto weniger körperfremde Flüssigkeit muss zugeführt werden. Dies ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit so verschieden ist wie die Fingerabdrücke der Menschen.

Entzündungshemmung und Lidkantenpflege
Häufig hat sich bei länger bestehendem trockenen Auge bereits ein Reizzustand entwickelt, der durch eine chronische Lidrandentzündung noch verstärkt werden kann. Bei diesen Patienten ist es wichtig, zunächst diese Reizung mit entzündungshemmenden Medikamenten zu behandeln und die Lidkanten zu pflegen. Sollte trotzdem noch eine Tränenfilmstörung bestehen, wird Ihr Augenarzt Ihnen ein Tränenersatzmittel anraten.