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Ursachen

Woher kommt das Schielen?
Die Ursachen sind vielfältig und es gibt viele verschiedene Schielformen und Einteilungen. Eine Unterscheidung ist die, in Innenschielen und Außenschielen. Sinnreicher ist jedoch die Unterscheidung in Lähmungsschielen und Begleitschielen.

Beim so genannten Lähmungsschielen sind ein oder mehrere Muskeln gelähmt. Dies macht sich so bemerkbar, dass bestimmte Blickrichtungen nicht möglich sind und beim Versuch in die entsprechende Richtung zu blicken, der Blickrichtungsunterschied (Schielwinkel) zwischen den beiden Augen besonders stark ist: „Die Doppelbilder nehmen bei Blick in die Richtung des gelähmten Augenmuskels zu“. Häufige Ursachen für Augenmuskellähmungen sind bei Kindern angeborene Lähmungen oder Hirnhautentzündungen, im mittleren Lebensalter Schädelverletzungen, Nervenschäden oder Tumore und im höheren Alter Durchblutungsstörungen, z. B. im Rahmen der Zuckerkrankheit.

Beim so genannten Begleitschielen, ist der Schielwinkel in alle Richtungen gleich, da hier kein einzelner Muskel ausgefallen ist, sondern die Steuerung von „oben“ (Gehirn) nicht funktioniert. Die Gründe können organisch, d. h. im Organ Auge bedingt (Trübungen im Auge wie ein angeborener grauer Star oder Netzhauterkrankungen) oder „funktionell“ sein. Funktionell bedeutet hier z. B.: „Die Naheinstellung funktioniert nicht richtig, es liegt eine beidseitige starke Weitsichtigkeit oder ein einseitiger starker Sehfehler vor, die Verschaltung des Sehzentrums ist nicht richtig, etc.“

Ist das Schielen bei Kindern angeboren?
Es gibt vor allem für das Begleitschielen eine familiäre Häufung. Ein schielender Patient hat in 60 % schielende Verwandte. Für Geschwister von Schielkindern besteht ein viermal so großes Risiko ebenfalls zu schielen, wie in der Normalbevölkerung. Das Auftreten ist jedoch sehr unterschiedlich. Schielen muss nicht bei der Geburt bereits vorhanden sein. Häufig tritt es im ersten Lebensjahr auf, kann aber auch im 3. Lebensjahr noch entstehen. In Zweifelsfällen, immer einen Augenarzt aufsuchen!

Was sind die Folgen?
Tritt beim Erwachsenen plötzlich Schielen auf, sieht er alles doppelt. Da einen das völlig „verrückt“ macht, kneift man meistens ein Auge zu. Mit Operationen oder Prismen (die Blickrichtung ablenkende Brillengläser) kann hier aber nicht immer geholfen werden. Gelingt dies nicht oder tritt innerhalb des ersten halben Jahres keine spontane Rückbildung oder Gewöhnung ein, bleibt nur noch das Abdecken des schielenden Auges. Bei kleinen Kindern werden die Doppelbilder vom Gehirn unterdrückt. Dies hat jedoch leider zur Folge, dass ein Auge (in der Regel das Schielende) vom Gehirn nicht mehr richtig „berücksichtigt“ wird und dadurch dauerhaft schwachsichtig (amblyop) wird. Es liegt eine Sehschwäche (Amblyopie) vor. 60-70 % der Schielenden sind einseitig amblyop! Nach dem 10. Lebensjahr ist dies nicht mehr rückgängig zu machen. Weiterhin verliert das Kind die Fähigkeit räumlich (3D-Sehen) zu sehen, wenn dies nicht sogar mit die Ursache des Schielens war. Ist das räumliche Sehen beim Kind länger nicht möglich, geht diese Fähigkeit dauerhaft verloren.