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Therapie und Erfolgsaussichten

Wie wird die Netzhaut wieder befestigt?
Handelt es sich nur um kleine Löcher, reicht ein Laser. Es werden ambulant kleine „Schweißherde“ um die Löcher gesetzt und in der Regel ist dann der Bereich abgesichert. Dies merkt man kaum und Betäubungen oder Narkosen sind nicht notwendig. Ist die Netzhaut bereits abgelöst, ist eine große Operation in Narkose notwendig:

Eine Methode findet komplett von außerhalb des Auges statt. Dabei werden entweder um das Auge Befestigungsringe (Cerclage) oder kleine eindellende „Schaumstoffkissen“ (Plomben) befestigt und mittels einer Punktion die Flüssigkeit unter der Netzhaut entfernt, so dass sich Netzhaut und Augenwand wieder aneinander legen können.

Liegen Narbenstränge oder starke Veränderungen des Glaskörpers vor, bzw. gelang die Operation von außen nicht, muss man in das Auge gehen. Dabei werden der Glaskörper und die anderen Veränderungen im Glaskörperraum entfernt. Die Operation heißt „Parsplana Vitrektomie“. Anschließend wird von drinnen mittels Gas oder spezieller Flüssigkeiten (z. B. Silikonöl) die Netzhaut wieder an die Wand gedrückt. Eventuell wird dann noch zusätzlich von innen gelasert (Endolaser). Die Füllung des Auges mit Silikonöl ist sozusagen die letzte Lösung, da das Silikonöl sowohl die Augenlinse (es entsteht ein grauer Star) als auch die Netzhaut auf Dauer schädigt. Das Silikonöl muss, wenn möglich, nach einiger Zeit wieder entfernt werden.

Wie sind die Aussichten nach der Operation?
Ganz gleich, welche Operation durchgeführt wird, es bleibt ein Risiko der erneuten Ablösung. Daher muss das Auge anschließend regelmäßig vom Augenarzt kontrolliert werden. In Abhängigkeit von der Dauer der Ablösung und der Schädigung der Lichtrezeptoren bleibt eine Seheinschränkung. Entweder sind dies bei Ablösungen im äußeren Bereich der Netzhaut Gesichtsfeldausfälle/-schwächen oder bei Ablösung im Zentrum der Netzhaut, der sogenannten Makula, verbleibt eine dauerhafte Minderung der Sehschärfe.

Deswegen ist es so wichtig, die Ablösung in einem Stadium zu behandeln, in dem noch nicht die Mitte der Netzhaut abgelöst ist. Zunächst muss man nach der Operation aber erst mal abwarten. Die mögliche Erholung der Netzhautfunktion dauert Monate. Erfolgte die Wiederanlegung zu spät (mehrere Wochen seit Ablösung), findet keine Erholung der Netzhaut mehr statt. Jede Stunde und jeder Tag sind da entscheidend. Sinn kann die Operation dann aber auch noch machen, um eine völlige Erblindung oder die Entstehung eines schmerzhaften schrumpfenden Auges zu verhindern.