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DMEK - Neue Behandlung der Hornhaut

Bis vor einigen Jahren galt die perforierende Keratoplastik meist als einzig aussichtsreiche chirurgische Option. Dabei wurde die Cornea (Hornhaut) immer in ganzer Dicke ersetzt, unabhängig davon, wo genau die Erkrankung in der Cornea lokalisiert war. Das Spektrum der Instrumente für OP-Techniken hat sich jedoch in den letzen Jahren erheblich erweitert. Bei stromalen Erkrankungen der Cornea (Keratokonus, Narben) steht für die perforierende Keratoplastik der Femtolaser zur Verfügung. Der Laser bietet, je nach Art und Lokalisation der Corneaerkrankung, eine entsprechend angepasste Schnittkonfiguration.

Dünnes Implantat erspart Austausch der ganzen Hornhaut
Bei endothelialen Erkrankungen (Fuchs’sche Endotheldystrophie, Keratopathia bullosa) muss nicht mehr die Cornea in ganzer Dicke ausgetauscht werden. Hier haben sich die hinteren lamellierenden Keratoplastiken wie die DSAEK und vor allem die DMEK etabliert. Drei Jahre nach Einführung dieser Techniken führen wir in der Augenklinik am Neumarkt mittlerweile bei fast allen Endothelerkrankungen eine DMEK als primären Eingriff durch. Die DMEK hat gegenüber der DSAEK den Vorteil, dass das Transplantat noch dünner ist und somit im späteren Verlauf weniger Visuseinschränkungen verursacht.

Nach kurzer Zeit gute Visuswerte ohne Brille
Bei komplikationsfreiem Verlauf können bereits einige Tage bis Wochen nach der DMEK schon Visuswerte ohne Brille um 0,5 (50%) erreicht werden. Die im Langzeitverlauf erzielbare Sehfähigkeit (bis 100%) steht dem statistisch erreichbaren Visus nach einer perforierenden Keratoplastik mit Kontaktlinsenkorrektur in nichts mehr nach. Jedoch kommen die Patienten viel schneller auf einen verwertbaren Gebrauchsvisus. Dies ist umso wertvoller, da mit den endothelialen Transplantationen (DMEK, DSAEK) keine wesentliche Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) induziert wird.

Vergleich zwischen DMEK und der klassischen Keratoplastik
Im Gegensatz zur klassischen perforierenden Keratoplastik beschränken sich die refraktiven Effekte auf eine gelegentlich auftretende minimale Weitsichtigkeit. Auch die im Alter häufigen Oberflächenprobleme wie zu trockene Augen (Sicca-Symptomatik) usw. wirken sich bei einem rein endothelialen Vorgehen kaum aus. So sind die meist älteren Patienten nach einer DMEK optisch rehabilitiert.

Eine neue Indikation zur DMEK stellen auch alle Re-Keratoplastiken dar, bei denen die Endothelschicht unzureichend geworden ist. Hier wird mit einer DMEK selektiv ein neues Endothel von hinten auf das alte Transplantat aufgelegt, ohne dieses auszutauschen. Hierzu sind bereits ermutigende Ergebnisse international veröffentlicht und wir können dies aus eigener Erfahrung nur bestätigen.