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Häufige Fragen

Grüner Star – was ist das überhaupt?
Als Grünen Star oder Glaukom bezeichnen Augenärzte alle Erkrankungen, die ohne rechtzeitige Behandlung den Sehnerv zerstören und dadurch zur Erblindung führen. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen. „Star“ kommt vom mittelhochdeutschen Wort „starr“ und meint den starren Blick der Blinden; „grün“, weil sich die Iris bei fortgeschrittener Krankheit grünlich verfärbt. Der Begriff Grüner Star wird heute aber kaum noch verwendet, weil die Verwechslungsgefahr mit dem Grauen Star zu groß ist.

Wie entsteht ein Glaukom?
Unser Auge hat zwei Kammern: eine vordere zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut (Iris), eine hintere zwischen Iris und Linse. In der hinteren Kammer bildet sich laufend das sogenannte Kammerwasser. Es versorgt Linse und Hornhaut mit Nährstoffen und sorgt für einen Augeninnendruck, der normalerweise zwischen 10 und 21 mmHg liegt. Durch die Pupille gelangt das Wasser in die Vorderkammer und fließt durch den Winkel zwischen Hornhaut und Iris in die Blutbahn ab. Wird dieser Abfluss behindert, staut sich das Kammerwasser. Folge ist ein erhöhter Innendruck, der unbehandelt die Fasern des Sehnervs schädigt.

Wann bin ich besonders gefährdet?
Grundsätzlich gilt: Je höher der Augeninnendruck, desto höher das Glaukomrisiko. Auch das Lebensalter spielt eine Rolle, denn über 50-Jährige sind am häufigsten von der Erkrankung betroffen, darunter mehr Frauen als Männer. Weitere Risikofaktoren sind erbliche Veranlagung, starke Kurz- oder Weitsichtigkeit und Diabetes.

Wie stellt der Augenarzt ein Glaukom fest?
Es müssen drei Faktoren zusammenkommen: erhöhter Augeninnendruck, geschädigter Sehnerv und Ausfälle des Gesichtsfeldes – das ist der Bereich, den man bei unbewegtem Blick mit beiden Augen erfassen kann. Der Augenarzt wird den Innendruck messen, den Augenhintergrund spiegeln und das Gesichtsfeld überprüfen. All diese Untersuchungen sind völlig schmerzfrei. Wichtig: Es genügt niemals, nur den Druck zu messen, weil ein Glaukom auch bei Normaldruck vorliegen kann.

Welche Glaukomarten sind am häufigsten?
Das Primäre Chronische Weitwinkelglaukom und das Normaldruckglaukom machen zusammen etwa 95 Prozent aller Fälle aus. Das Weitwinkelglaukom entsteht durch Ablagerungen, die den Abfluss des Kammerwassers behindern. Beim Normaldruckglaukom zeigt der Sehnervenkopf trotz unauffälligen Innendrucks die für Glaukome typische Aushöhlung. Schuld sind vermutlich Durchblutungsstörungen als Folge einer Gefäßverkalkung. Beim selteneren Engwinkelglaukom blockiert die Iris den Kammerwinkel, sodass das Kammerwasser nicht abfließen kann.

Welche Beschwerden habe ich?
Außer beim Engwinkelglaukom: gar keine! Das macht die Erkrankung so heimtückisch. Werden Ausfälle am Rande des Gesichtsfeldes erst einmal bewusst wahrgenommen, ist der Sehnerv schon weitgehend zerstört. Früherkennung ist deshalb das A und O. Beim Engwinkelglaukom kann der Augeninnendruck urplötzlich sehr stark ansteigen, begleitet von extremen Kopfschmerzen und Sehstörungen. Der Augapfel ist gerötet und steinhart. Ein solcher Glaukomanfall muss immer sofort behandelt werden, sonst führt er innerhalb weniger Tage zur völligen Erblindung.

Wie wird ein Glaukom behandelt?
Beim Engwinkelglaukom senkt der Arzt zuerst mithilfe spezieller Augentropfen den Innendruck. Anschließend bohrt er per Laser oder durch einen operativen Eingriff ein Loch in die Iris, damit das aufgestaute Kammerwasser abfließen kann. Beim chronischen und beim Normaldruckglaukom muss der Patient täglich drucksenkende Augentropfen anwenden. Helfen sie allein nicht mehr, kommen verschiedene chirurgische Verfahren zum Einsatz. Je nach Sachlage wird der Arzt operativ einen künstlichen Abfluss für das Kammerwasser schaffen, mittels Laser die Abflusskanäle erweitern oder Teile des Gewebes veröden, das die Kammerflüssigkeit bildet.

Ist die Krankheit heilbar?
Leider nein. Jede Behandlung kann nur darauf zielen, vorhandenes Sehvermögen zu retten und weitere Schäden am Sehnerv zu verhindern. Die Aussichten sind umso besser, je früher die Therapie einsetzt. Bereits abgestorbene Nervenfasern sind unwiederbringlich verloren, und die dadurch verursachten Sehverluste lassen sich nicht rückgängig machen.

Kann ich irgendwie vorbeugen?
Nur durch Früherkennung. Deshalb sollte jeder über 45 einmal jährlich den Augendruck messen und den Sehnerv untersuchen lassen. Wer einen leicht erhöhten Augendruck bei ansonsten gesundem Sehnerv hat, kann versuchen, den Druck zusätzlich zur medikamentösen Behandlung durch Entspannungsübungen und Autogenes Training zu senken.