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Ursachen

Wie kommt es zu Farbsehstörungen und Farbenblindheit?
Irrtümer beim Erkennen einer Farbe können viele Ursachen haben:

Bei den optischen Täuschungen wird die Tatsache ausgenutzt, dass im Gehirn immer Entscheidungen vor allem bei unterschiedlichen nebeneinander gelegenen Farben getroffen werden müssen. Hier werden dann bewusst schwierige Grenzsituationen geschaffen, bei denen das Gehirn falsch entscheidet. Ein Irrtum ist es z. B. auch, das uns Schneeflocken weiß erscheinen. Genaugenommen sind sowohl die darin enthaltenen Eiskristalle wie auch die enthaltenen Luft durchsichtig. Durch die unendlichen Reflexionen zwischen den zahlreichen Grenzflächen Eis zu Luft kommt es nicht zu dem prismatischen Effekt wie beim Regentropfen sondern es bleibt einfach ein diffuses Weiß.

Befinden sich Trübungen im optischen Apparat des Auges, z. B. in der Linse beim grauen Star oder in der Hornhaut beim Glaukomanfall (plötzlicher hoher Druck beim grünen Star schädigt die Hornhaut), gelangt das Licht schon farbverfälscht ins Auge. Beim grauen Star im Alter mit seiner häufig gelblichen Verfärbung der Linse ist alles gelbstichig. Ältere Menschen bevorzugen daher häufig kräftige Blautöne, damit sie das Blau überhaupt durch die gelbliche Linse gut erkennen können. Umso erstaunter sind sie, wenn sie plötzlich die Farben nach der Operation des grauen Stars wieder klar erkennen können. Hier muss erst wieder ein Gewöhnungsprozess erfolgen und garnicht mal so selten werden die Farben anfänglich sogar als unnatürlich (blaustichig oder zu grell) erlebt. Auch für einige bekannte Maler der Geschichte ist durch ihre fortschreitende Augenerkrankung erklärbar, warum sie plötzlich das Farbspektrum ihrer Bilder wechselten.

Im Laufe des Lebens erworbene Farbsehstörungen haben – außer den eben erwähnten Trübungen – meist mit Medikamenten (Anreicherung in Netzhaut oder Sehnerv bei längerer Einnahme, Vergiftungen oder Drogen) oder Erkrankungen des Sehnervens zu tun.

Am bekanntesten und häufigsten sind angeborene Farbsehstörungen, die sogenannte Farbenblindheit. Hier sind eine oder mehrere Rezeptorsorten weniger empfindlich (Farbschwäche) oder garnicht funktionsfähig (Farbenblindheit). Aufgrund einer Vererbung über die Geschlechtschromosomen (x-chromosomal rezessiv) sind 7,5% der Männer und nur 0,25-0,5% der Frauen von einer Farbschwäche oder Farbenblindheit für eine Farbe betroffen. Am häufigsten ist die Schwäche des Grünsehens. Bei der Farbschwäche für Grün nehmen wir leichte Grünanteile in einer Farbe nicht wahr und es kommt zu falschen Farbvorstellungen – knalliges Grün wird aber erkannt. Bei der Farbenblindheit im Grünbereich z. B. erkennt man gar kein Grün, sondern verwechselt dieses mit Farben ähnlicher Helligkeit oder nimmt bei Farben mit Grünanteil nur die restliche Farben wahr. Das Ausmaß der Farbstörung kann mit speziellem Tests und Geräten bestimmt werden. Bei einigen Berufen ist dies ein Einstellungshindernis. Bestimmte Führerscheine dürfen je nach Ausmaß nicht gemacht werden.

Auch im Alltag gibt es für Farbblinde erstaunliche Tücken. So fällt die Unterscheidung der leicht rötlichen 5-Centmünzen und der eher gelblichen 20-Centmünzen Personen mit Defekten im Rot-Grünsehen ausgesprochen schwer. Eine absolute Farben- blindheit, d. h. es werden nur Grautöne erkannt, liegt bei der Achromatopsie vor. Sie ist angeboren und bei kompletter Ausprägung werden keinerlei Farben erkannt, da die Zapfen (Rezeptoren für Farben) nicht arbeiten. Die Welt existiert für die Betroffenen nur in Grautönen. Sozusagen wie Schwarz-Weiß Fernsehen. Es sind in Deutschland 3-4 Tausend Personen davon betroffen.