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Auswirkungen von Farbenblindheit

Welche Bedeutung haben die verschiedenen Farben
für die Optik?
Wie wir oben gesehen haben, wird Licht unterschiedlicher Wellenlängen/Farben verschieden stark abgelenkt/gebrochen. Dies bedeutet, dass Linsen, die das Licht ja brechen müssen, um es auf einen Punkt zu fokussieren, die unterschiedlichen Wellenlängen auch unterschiedlich stark brechen. Für die Linse des Auges bedeutet dies, dass sie nur auf eine Farbe genau scharf stellen kann. Kombinationen von Farben, deren Wellenlängen stark unterschiedlich sind, werden daher als unangenehm empfunden.

Vor allem im Randbereich von Linsen kommt es zu starken prismatischen Nebenwirkungen, d. h. die unterschiedliche Brechung ist – so wie beim Prisma – noch stärker als normal und man sieht “Farbsäume”, d. h. regenbogenartige Ränder um Gegenstände. Dies ist vor allem von Bedeutung in der Photographie bei einfacheren Objektiven und bei sehr dünnen Brillengläsern. Dieses Phänomen der Abbildungsfehler von Linsen heißt mit Fachausdruck “Chromatische Aberration”. Auch im menschlichen Auge gibt es diese Abbildungsfehler. Sie kommen jedoch kaum zum Tragen, wenn die Pupille nicht extrem d. h. unnatürlich weit ist. Bis zu einem gewissen Maß werden sie auch vom Sehzentrum “glattgebügelt”. Bei der Planung von laserchirurgischen Eingriffen zur Korrektur von Sehfehlern muss dies jedoch teilweise berücksichtigt werden.

Wie bedeutsam ist das Farbensehen für das Autofahren?
Störungen des Farbensehens (Farbschwäche oder gar Farbenblindheit) sind für den Straßenverkehr von untergeordneter Bedeutung. Kritisch ist lediglich die Rotschwäche. Bei schlechten Lichtverhältnissen erkennt der Normalsichtige ein Auto ja häufig nur noch an den roten Rücklichtern. Der hier Eingeschränkte erkennt das Auto dann entsprechend später oder zu spät. Der typische Unfall eines Roteingeschränkten ist der Auffahrunfall bei schlechter Sicht. Für LKW-, Bus- und Taxifahrer sind hier auch Grenzen vorgeschrieben, für PKW-Fahrer gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Ist einem eine solche Schwäche bekannt, sollte man unter schlechten Sichtverhältnissen entsprechend langsamer fahren.

Therapeutisch gibt es kaum Möglichkeiten, da diese Sehfehler in der Regel angeboren und nicht behandelbar sind. Bei den erworbenen Farbschwächen liegen manchmal rückgängigzumachende Veränderungen vor. Ein Beispiel ist der Farbempfindlichkeitsverlust durch Trübungen der Linse (grauer Star). Ein 55-jähriger hat auch im gesunden Zustand 35% Farbempfindlichkeitsverlust gegenüber einem 19-jährigen. Bei ungewöhnlichen Farbschwächen muss gegebenenfalls eine genaue Ursachenforschung betrieben werden.