Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an! +49 (0)221-650 722-0

Farbenblindheit

Weißes Licht enthält alle sichtbaren Farben, d. h. Licht unterschiedlicher Wellenlängen im Bereich 380-780 Nanometer. Wir können es durch ein Prisma in die einzelnen Farben aufspalten. Dabei wird die Tatsache der unterschiedlichen Wellenlängen und der je nach Wellenlänge verschiedenen Ablenkbarkeit der einzelnen Bestandteile des Lichts insofern ausgenützt, als dass das Licht an einer Glaskante in verschiedene Richtungen abgelenkt (gebrochen) wird. Man sieht daraufhin – wie in einem Regenbogen – das ganze sichtbare Farbspektrum, d. h. alle Farben entsprechend ihrer Wellenlänge geordnet nebeneinander. Dem Regenbogen liegt eigentlich kein anderes Prinzip zugrunde, da hier die Wassertropfen wie Millionen von kleinen Prismen funktionieren.

Fällt nun weißes Licht von einer Lichtquelle (Sonne, Lampe etc.) auf einen Gegenstand, der das Licht nicht streut (ablenkt), sondern einfach reflektiert – was ja im Gegensatz zum oben beschriebenen Prismeneffekt der Normalfall ist – verschluckt (absorbiert) er einen Teil des Lichtes und den anderen Teil spiegelt er. Der Teil des Farbspektrums den er reflektiert, ist die Farbe in der er uns erscheint. Verschluckt er alle Farben außer Grün, sieht er Grün aus. Insofern ist der Gegenstand nicht wirklich Grün, er erscheint uns nur so.

Wie sehen wir eine Farbe?

Das von einem Gegenstand gespiegelte Licht fällt durch die Pupille auf die Netzhaut. Hier finden sich drei verschiedene Sorten von farbempfindlichen Strukturen (Farbrezeptoren), die sogenannten Zapfen. Jeder dieser Zapfen hat eine besondere Empfindlichkeit für bestimmte Farbbereiche.

Es handelt sich um die sogenannten Primärfarben des Auges (nicht zu verwechseln mit den Primärfarben anderer Farbsysteme wie z. B. beim Photographieren), d. h. die drei Farben aus denen man durch Mischung alle anderen Farben herstellen kann: Rot, Grün und Blau. Mischt man z. B. Rot und Grün, entsteht Gelb. Mischt man Rot und Blau, entsteht Violett. Die Zapfen in der Netzhaut werden entsprechend der in einer Farbe enthaltenden Farbbestandteile angeregt und durch eine chemische Reaktion entsteht ein elektrischer Impuls, der an das Gehirn weitergegeben wird. Ein Beispiel: Ist ein Gegenstand z. B. Gelb, wird durch das einfallende Licht in das Auge der rotempfindliche Zapfen und der grünempfindliche Zapfen erregt.

Handelt es sich mehr um ein Orange, d. h. um ein rötliches Gelb wird der rotempfindliche Zapfen mehr und der grünempfindliche Zapfen weniger stark erregt. Diese sogenannte Drei-Farben-Theorie – nach den entdeckenden Wissenschaftlern Young-Helmholtz-Theorie genannt – erklärt allerdings nicht alle Phänomene des Farbensehens, da im weiteren Verlauf der Signalverarbeitung im Gehirn noch andere Unterscheidungen getroffen werden (z.B. Heringsche Gegenfarbentheorie).

Was man darüber hinaus bedenken muss ist die Tatsache, dass Licht nicht an sich farbig ist, sondern wir erst durch die Verarbeitung der Informationen aus dem Auge – über das Licht verschiedener Wellenlängen – im Gehirn eine Empfindung haben, die wir “Farbe” nennen.

Warum müssen wir überhaupt farbig sehen?

Viele Tiere können keine Farben erkennen oder nur deutlich weniger als wir. Die Evolution hat es halt „gut mit uns gemeint“ und es uns so ermöglicht Blätter leichter von Blüten oder Früchten zu unterscheiden. Mit einem reinen Schwarz-Weiß Sehen ist dies viel schwieriger. So wurde unser Überleben und die Nahrungssuche und -unterscheidung in den Anfängen der Menschheitsgeschichte deutlich erleichtert.

Sie haben Fragen? Unser Fachpersonal hilft Ihnen gerne weiter!

Ursachen

Wie kommt es zu Farbsehstörungen und Farbenblindheit?

Irrtümer beim Erkennen einer Farbe können viele Ursachen haben:

Bei den optischen Täuschungen wird die Tatsache ausgenutzt, dass im Gehirn immer Entscheidungen vor allem bei unterschiedlichen nebeneinander gelegenen Farben getroffen werden müssen. Hier werden dann bewusst schwierige Grenzsituationen geschaffen, bei denen das Gehirn falsch entscheidet. Ein Irrtum ist es z.B. auch, das uns Schneeflocken weiß erscheinen. Genaugenommen sind sowohl die darin enthaltenen Eiskristalle wie auch die enthaltenen Luft durchsichtig. Durch die unendlichen Reflexionen zwischen den zahlreichen Grenzflächen Eis zu Luft kommt es nicht zu dem prismatischen Effekt wie beim Regentropfen sondern es bleibt einfach ein diffuses Weiß.

Befinden sich Trübungen im optischen Apparat des Auges, z. B. in der Linse beim grauen Star oder in der Hornhaut beim Glaukomanfall (plötzlicher hoher Druck beim grünen Star schädigt die Hornhaut), gelangt das Licht schon farbverfälscht ins Auge. Beim grauen Star im Alter mit seiner häufig gelblichen Verfärbung der Linse ist alles gelbstichig. Ältere Menschen bevorzugen daher häufig kräftige Blautöne, damit sie das Blau überhaupt durch die gelbliche Linse gut erkennen können. Umso erstaunter sind sie, wenn sie plötzlich die Farben nach der Operation des grauen Stars wieder klar erkennen können. Hier muss erst wieder ein Gewöhnungsprozess erfolgen und garnicht mal so selten werden die Farben anfänglich sogar als unnatürlich (blaustichig oder zu grell) erlebt. Auch für einige bekannte Maler der Geschichte ist durch ihre fortschreitende Augenerkrankung erklärbar, warum sie plötzlich das Farbspektrum ihrer Bilder wechselten.

Welche Formen von Farbsehschwächen gibt es?

Im Laufe des Lebens erworbene Farbsehstörungen haben – außer den eben erwähnten Trübungen – meist mit Medikamenten (Anreicherung in Netzhaut oder Sehnerv bei längerer Einnahme, Vergiftungen oder Drogen) oder Erkrankungen des Sehnervens zu tun.

Am bekanntesten und häufigsten sind angeborene Farbsehstörungen, die sogenannte Farbenblindheit. Hier sind eine oder mehrere Rezeptorsorten weniger empfindlich (Farbschwäche) oder garnicht funktionsfähig (Farbenblindheit). Aufgrund einer Vererbung über die Geschlechtschromosomen (x-chromosomal rezessiv) sind 7,5% der Männer und nur 0,25-0,5% der Frauen von einer Farbschwäche oder Farbenblindheit für eine Farbe betroffen. Am häufigsten ist die Schwäche des Grünsehens. Bei der Farbschwäche für Grün nehmen wir leichte Grünanteile in einer Farbe nicht wahr und es kommt zu falschen Farbvorstellungen – knalliges Grün wird aber erkannt. Bei der Farbenblindheit im Grünbereich z. B. erkennt man gar kein Grün, sondern verwechselt dieses mit Farben ähnlicher Helligkeit oder nimmt bei Farben mit Grünanteil nur die restliche Farben wahr. Das Ausmaß der Farbstörung kann mit speziellem Tests und Geräten bestimmt werden. Bei einigen Berufen ist dies ein Einstellungshindernis. Bestimmte Führerscheine dürfen je nach Ausmaß nicht gemacht werden.

Auch im Alltag gibt es für Farbblinde erstaunliche Tücken. So fällt die Unterscheidung der leicht rötlichen 5-Centmünzen und der eher gelblichen 20-Centmünzen Personen mit Defekten im Rot-Grünsehen ausgesprochen schwer. Eine absolute Farben- blindheit, d. h. es werden nur Grautöne erkannt, liegt bei der Achromatopsie vor. Sie ist angeboren und bei kompletter Ausprägung werden keinerlei Farben erkannt, da die Zapfen (Rezeptoren für Farben) nicht arbeiten. Die Welt existiert für die Betroffenen nur in Grautönen. Sozusagen wie Schwarz-Weiß Fernsehen. Es sind in Deutschland 3-4 Tausend Personen davon betroffen.

Auswirkungen von Farbenblindheit

Welche Bedeutung haben die verschiedenen Farben
für die Optik?

Wie wir oben gesehen haben, wird Licht unterschiedlicher Wellenlängen/Farben verschieden stark abgelenkt/gebrochen. Dies bedeutet, dass Linsen, die das Licht ja brechen müssen, um es auf einen Punkt zu fokussieren, die unterschiedlichen Wellenlängen auch unterschiedlich stark brechen. Für die Linse des Auges bedeutet dies, dass sie nur auf eine Farbe genau scharf stellen kann. Kombinationen von Farben, deren Wellenlängen stark unterschiedlich sind, werden daher als unangenehm empfunden. Vor allem im Randbereich von Linsen kommt es zu starken prismatischen Nebenwirkungen, d.h. die unterschiedliche Brechung ist – so wie beim Prisma – noch stärker als normal und man sieht “Farbsäume”,

d.h. regenbogenartige Ränder um Gegenstände. Dies ist vor allem von Bedeutung in der Photographie bei einfacheren Objektiven und bei sehr dünnen Brillengläsern. Dieses Phänomen der Abbildungsfehler von Linsen heißt mit Fachausdruck “Chromatische Aberration”. Auch im menschlichen Auge gibt es diese Abbildungsfehler. Sie kommen jedoch kaum zum Tragen, wenn die Pupille nicht extrem d.h. unnatürlich weit ist. Bis zu einem gewissen Maß werden sie auch vom Sehzentrum “glattgebügelt”. Bei der Planung von laserchirurgischen Eingriffen zur Korrektur von Sehfehlern muss dies jedoch teilweise berücksichtigt werden.

Wie bedeutsam ist das Farbensehen für das Autofahren?

Störungen des Farbensehens (Farbschwäche oder gar Farbenblindheit) sind für den Straßenverkehr von untergeordneter Bedeutung. Kritisch ist lediglich die Rotschwäche. Bei schlechten Lichtverhältnissen erkennt der Normalsichtige ein Auto ja häufig nur noch an den roten Rücklichtern. Der hier Eingeschränkte erkennt das Auto dann entsprechend später oder zu spät. Der typische Unfall eines Roteingeschränkten ist der Auffahrunfall bei schlechter Sicht. Für LKW-, Bus- und Taxifahrer sind hier auch Grenzen vorgeschrieben, für PKW-Fahrer gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Ist einem eine solche Schwäche bekannt, sollte man unter schlechten Sichtverhältnissen entsprechend langsamer fahren.

Therapeutisch gibt es kaum Möglichkeiten, da diese Sehfehler in der Regel angeboren und nicht behandelbar sind. Bei den erworbenen Farbschwächen liegen manchmal rückgängigzumachende Veränderungen vor. Ein Beispiel ist der Farbempfindlichkeitsverlust durch Trübungen der Linse (grauer Star). Ein 55-jähriger hat auch im gesunden Zustand 35% Farbempfindlichkeitsverlust gegenüber einem 19-jährigen. Bei ungewöhnlichen Farbschwächen muss gegebenenfalls eine genaue Ursachenforschung betrieben werden.

Willkommen bei der Augenklinik am Neumarkt

Leistungen

Ausgezeichnete Expertise, kompetente Beratung und fürsorgliche Betreuung erwarten Sie in jeder unserer Kliniken. Profitieren Sie von der jahrelangen Kompetenz unserer Fachärzte in unserem breiten Leistungsspektrum.

Kontakt

Sie überlegen, einen Termin zu vereinbaren oder sich die Augen lasern zu lassen, haben eine Frage zu einer unserer Leistungen oder benötigen eine Beratung? Dann kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder per Mail!

Augen lasern

Egal ob mit Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder einer Hornhautverkrümmung: Nicht jeder kann und möchte sich an Brille und Kontaktlinsen gewöhnen. Wir bieten viele verschiedene Augenlaser-OPs für Sie an.

Sie haben Fragen? Unser Fachpersonal hilft Ihnen gerne weiter!