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Behandlung

Was kann man selbst zusammen mit dem Hausarzt tun?
Ohne eine gute und über den Tag möglichst gleichförmige Blutzuckereinstellung nützen alle Maßnahmen am Auge letztendlich nichts und der Befund verschlechtert sich weiter. Der beim Hausarzt bestimmte Langzeitzuckerwert (HbA1c) sollte unter 7 liegen. Er macht eine Aussage über alle “Essenssünden” der letzten 3 Monate und ist daher aussagekräftiger als der Blutzuckerwert, der nur eine Momentaufnahme ist. Weitere die Schäden beschleunigende und deswegen auch dringend einzustellende Risikofaktoren sind hoher Blutdruck und Rauchen. Nicht abzustellen sind natürlich Schwangerschaft, Pubertät und Blutarmut (Anämie). Diese können jedoch alle auch zu Verschlechterungen des Befundes führen.

Was macht der Augenarzt?
Von Seiten des Augenarztes sind regelmäßige Kontrollen zur rechtzeitigen Entdeckung behandlungsbedürftiger Netzhautveränderungen unerlässlich. Das bedeutet, bei Beginn des Diabetes vor dem 30. Lebensjahr, ca. 5 Jahre nach der Diagnosestellung. Bei Entdeckung nach dem 30. Lebensjahr, sofort. Bei unauffälligem Befund, jährlich, bei Besonderheiten, halbjährlich oder häufiger.

Werden bestimmte Veränderungen (z.B. Makulaödem, schwere nichtproliferative oder gar proliferative diabetische Retinopathie) entdeckt, wird eine Laserbehandlung durchgeführt. Hierbei werden ödematöse Bereiche der Netzhaut „trocken gelegt“ und Gefäßwucherungen verhindert bzw. entwickeln sich zurück. Die Laserbehandlung “repariert” die Schäden jedoch nicht. Auch eine Sehverbesserung ist nur bei bestimmten Veränderungen möglich. Die Laserbehandlung ist der Versuch einer “Schadensbegrenzung”, d. h. man versucht das Fortschreiten aufzuhalten oder wenigstens zu verzögern. Sie hat durchaus Nebenwirkungen. Das Dämmerungssehen kann vermindert sein, die Blendungsempfindlichkeit nimmt zu und das Gesichtsfeld wird eingeschränkt. Sie ist jedoch die einzige Therapie, die – neben der guten Blutzuckereinstellung – das Risiko zu erblinden deutlich mindert.

Bei durch den Diabetes verursachtem Grünen Star aber auch wenn die Laserbehandlung nicht ausreicht, muss evt. eine Kältebehandlung (Kryokoagulation) durchgeführt werden. Hierbei werden in örtlicher Betäubung zur Augendrucksenkung die flüssigkeitsproduzierenden Bereiche des Auges (Ziliarkörper) oder aber zur Netzhautbehandlung die wuchernden äußeren Bereiche der Netzhaut sozusagen “erfroren”.

Bei schweren Blutungen und Veränderungen des Glaskörpers und gar sich ablösender Netzhaut muss operiert werden. Dabei werden der Glaskörper, das Blut und die Verwachsungen entfernt (Vitrektomie) und gegebenenfalls die abgelöste Netzhaut wieder angelegt.

Fazit:
Der Diabetes ist eine das Sehvermögen stark bedrohende Erkrankung. Nur regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt und eine gute Blutzuckereinstellung zusammen mit dem Hausarzt oder ggfs. Diabetologen kann Schlimmes verhindern.