Dr. med. Omid Kermani von der Augenklinik am Neumarkt in Köln gibt die wichtigsten Tipps:
Palmieren
Bedecken Sie die Augen leicht mit den Handflächen und nehmen Sie die entstandene Dunkelheit bewusst wahr. Atmen Sie gleichmäßig und genießen Sie die Ruhe für Ihre Augen. Stellen Sie sich dann ein Bild vor, das Sie beruhigt. Vielleicht den langen, weißen Sandstrand vom letzten Sommerurlaub? Denken Sie sich ein Segelschiff dazu, das vor ihrem inneren Auge hin- und herfährt. Dadurch bewegen sich Ihre Augen automatisch mit und Verspannungen der Augenmuskeln werden gelöst.
Richtungswechsel für die Augen
Nicht nur Ihr Körper, auch Ihre Augen brauchen ausreichende Bewegung: Schauen Sie zunächst nach rechts, machen eine kurze Pause und dann scharf nach links. Dies tun Sie 12 mal, schließen danach die Augen und entspannen eine halbe Minute. Wiederholen Sie die Übung jetzt, indem sie jeweils scharf nach oben und unten schauen. Danach folgt wieder eine kurze Ruhepause. Anschließend lassen Sie die Augen einmal im Uhrzeigersinn und einmal entgegengesetzt kreisen.
Entspannen der Augen bei konzentrierter Arbeit
Bei der Bildschirmarbeit, beim Lesen oder Autofahren blinzeln wir nur halb so oft wie in einem Gespräch oder entspannten Momenten. Kommt zusätzlich eine Betätigung in trockener Luft bei Klimaanlage hinzu, so ist es dringend notwendig, das Auge zwischenzeitlich zu entspannen. Schließen Sie häufiger beim Telefonieren oder Nachdenken die Augen für einen Moment und lassen Sie den Blick aus dem Fenster in die Ferne schweifen. Bei konzentrierten Arbeiten den Lidschlag nicht vergessen und gegebenenfalls den Tränenfilm durch Tränenersatzmittel unterstützen.
Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz
Viele Menschen verbringen bis zu acht Stunden täglich vor dem Computer-Bildschirm. Dadurch werden die Augen stark beansprucht. Optimale Lichtverhältnisse fördern das Wohlbefinden sowie die Effektivität Ihrer Arbeit. Um dies zu erreichen sollten Blendungen, störende Reflexionen und Spiegelungen vermieden werden. Wichtig ist auch ein angemessenes Beleuchtungsniveau.
Dabei gilt es zu beachten: Wenn es zu hell ist, kann dies die visuelle Wahrnehmung einschränken; ist es zu dunkel, vermindert sich die Sehschärfe. Tageslicht gilt allgemein für jeden Arbeitsplatz als optimale Beleuchtung. Direkt am Fenster kann es aber unter Umständen zu hell sein. In diesem Fall helfen Vorhänge oder Jalousien. Ungeeignet jedoch sind Vorhänge in kräftigen Farben.
Vermeiden Sie Spiegelungen und Reflexe auf dem Bildschirm
Häufig sind Reflexe auf dem Bildschirm Ursache für Beschwerden. Sie entstehen z.B. durch ein rückseitiges Fenster, das sich zwangsläufig auf der Bildschirmfläche spiegelt. Auch sehr helle Wände und Möbel können Spiegelungen hervorrufen, die sich störend auswirken. Um übermäßige Kontraste zu vermeiden, sollten Wände und Möbel im Bereich des Arbeitsplatzes eine reflexionsarme Farbe haben, z.B. Beige. Auf dem Bildschirm haben auch kleinste Reflexe große Bedeutung, weil man unbewusst die Körperhaltung einnimmt, durch die man ihnen am besten ausweichen kann. Aus einer dadurch bedingten ständigen Fehlhaltung können Muskelverspannungen resultieren, die zu Kopfschmerzen bis hin zu Haltungsschäden führen. Auch bei der Tischoberfläche muss unbedingt darauf geachtet werden, dass keine Reflexe entstehen.
Irritation durch weiße Hemden: Solche Reflexe entstehen oftmals sogar durch weiße oder kontrastreiche Kleidung.
Der richtige Abstand zum Bildschirm
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ermüdungsfreies Sehen ist die richtige Entfernung zwischen Auge und Bildschirm. Dabei liegt der individuelle Entfernungsabstand zwischen 50 bis 70 cm. Dieser Entfernungsbereich ist im eigenen Interesse unbedingt einzuhalten. Ein guter Kontrast steigert die Sehschärfe. Stellt man jedoch den Bildschirmhintergrund schwarz ein, dann wirkt er wie eine dunkle Tunneleinfahrt, wodurch die Blendwirkung des hellen Umfeldes sehr unangenehm erhöht wird. Die Bildschirmkante sollte nicht über die Augenhöhe hinaus reichen. Eine leichte Blickneigung von etwa 30° wird im Allgemeinen als besonders angenehm empfunden; größer jedoch darf der Neigungswinkel jedoch nicht sein.
Viel frische Luft
Die Luft in geheizten oder klimatisierten Räumen enthält häufig nur eine Luftfeuchtigkeit von etwa 20-40%, in der freien Natur sind es meist über 80%! Daher ist ein Spaziergang im Wald nach einem langen Bürotag auch für Ihre Augen entspannend. Beim Joggen wird zusätzlich die Sekretion Ihrer Schweiß- und Talgdrüsen und somit auch die Tränenproduktion angeregt. Sorgen Sie aber auch für genügend Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohn- und Arbeitsräumen. Meiden Sie Räume, in denen geraucht wird und achten Sie auf die Zufuhr von viel frischer Luft.
Rauchen ist auch für die Augen schädlich!
Ein wichtiger Faktor der zu trockenen Augen führen kann, ist das Rauchen. Dies führt zu einer zusätzlichen Reizung. Das Auge auf der Seite, auf welcher die Zigarette festgehalten wird, ist häufig stärker von Brennen und Trockenheit betroffen.
Ernährung und erhöhte Trinkmenge
Neben einer gesunden Ernährung mit ausreichender Vitaminzufuhr ist es für eine gute Schleimhautregeneration besonders wichtig, genug zu trinken. 2 bis 3 Liter sollten es schon sein - wenn Sie in einem Raum mit Klimaanlage arbeiten, eher noch einen Liter mehr. Kaffee und schwarzer Tee dürfen nicht mitgerechnet werden, da sie die Wasserausscheidung stark anregen. Nehmen Sie sich eine große Flasche Mineralwasser mit an den Arbeitsplatz und trinken Sie regelmäßig ein Glas davon, dann haben Sie 1,5 Liter schon ganz nebenbei geschafft.
Regelmäßig zum Augenarzt
Um Augenkrankheiten möglichst früh zu entdecken, ist eine regelmäßige Kontrolle durch den Augenarzt wichtig. Manche Augenerkrankungen, werden viel zu spät erkannt, da Symptome häufig zunächst nicht spürbar sind. |