Bei der PRK und LASEK ist die Sensibilität der Hornhaut nach der Operation nicht beeinflusst. Unerwünschte Nebenwirkungen der LASIK-Operation sind dagegen die postoperativ verminderte Hornhautempfindlichkeit (Sensibilität) und die "trockenen Augen" (Sicca).
Verschiedene Studien haben sich mit diesem Problem und der Wiederherstellung der Hornhautsensibilität beschäftigt: Eine Woche nach der LASIK-Operation ist die Hornhautsensibilität am geringsten und die Sicca-Symptome sind am stärksten. Eine Wiederherstellung zum normalen Zustand dauerte drei, oft jedoch auch sechs bis zwölf Monate. Was ist die Ursache dieser vorübergehenden Störung?
Stellt man sich das rechte Auge von vorn gesehen als Uhr vor, so laufen die langen hinteren Hornhautnerven, die für die Hornhautsensibilität verantwortlich sind, an der 3 Uhr (=nasal) und 9 Uhr (=temporal) Position entlang. Eine Störung dieser Nerven bzw. ihrer feinsten Verästelungen kann die eingangs beschriebenen Symptome hervorrufen.
Während bei der PRK bzw. LASEK das Hornhautepithel nur oberflächlich abgetragen wird, wird bei der LASIK eine oberflächliche Hornhautlamelle geschnitten. Dabei werden die feinen Nervenendigungen durchtrennt. Nachdem die Hornhautlamelle (Flap) wie ein Buchdeckel aufgeklappt und das Hornhautstroma freigelegt wurde, erfolgt die Korrektur der Fehlsichtigkeit mit dem Excimer Laser. Anschließend wird der Flap in die Ausgangsposition zurückgeklappt.
Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sowohl die Größe des Flaps als auch seine Dicke und die Position des "Gelenkes" Einfluss auf das Ausmaß der Störung und die Wiederherstellung der Hornhautsensibilität haben: Die Wiederherstellung der Hornhautsensibilität tritt bei Augen mit dünnen Flaps sowie bei Flaps mit breiten Gelenken deutlich schneller auf (1,3). Auch die Gelenk-Position hat großen Einfluss: eine superiore (bei 12 Uhr gelegene) Position resultiert in stärkeren und länger anhaltenden Sicca-Symptomen (2,3). Veranschaulicht man sich noch einmal den Verlauf der Hornhautnerven, findet man die Erklärung: Bei einem superiorem Gelenk werden beide Nervenäste in der 3 Uhr und 9 Uhr Position durchtrennt. Bei einer nasalen (zur Nase weisenden) Position des Flap-Gelenkes bleibt ein Nervenast ungestört, die Symptome sind deutlich geringer ausgeprägt.
Erste Studien zur modernen Femto-LASIK lassen vermuten, dass sowohl die Störung der Hornhautempfindlichkeit als auch die Sicca Symptomatik bei Einsatz des Femtosekundenlaser zur Flap-Präparation weniger stark ausgeprägt sind als bei Verwendung des Mikrokeratoms (4).
Quellen:
1. Donnenfeld ED, Ehrenhaus M, Solomon R, Mazurek J, Rozell JC, Perry HD: Effect of hinge width on corneal sensation and dry eye after laser in situ keratomileusis. J Cataract Refract Surg. 2004 Apr;30(4):790-7.
2. Donnenfeld ED, Solomon K, Perry HD, Doshi SJ, Ehrenhaus M, Solomon R, Biser S.: The effect of hinge position on corneal sensation and dry eye after LASIK. Ophthalmology. 2003 May;110(5):1023-9; discussion 1029-30.
3. Nassaralla BA, McLeod SD, Boteon JE, Nassaralla JJ Jr.: The effect of hinge position and depth plate on the rate of recovery of corneal sensation following LASIK. Am J Ophthalmol. 2005 Jan;139(1):118-24.
4. Talamo JH: Optimizing Flap Outcomes With the IntraLase FS Laser. Online
Quelle: VSDAR Newsletter Nr. 12/2005 |