Die Entwicklung von Kunstlinsen zur Implantation ins Auge hat eine lange Geschichte. In den 1950er Jahren war der englische Augenarzt Sir Ridley erstmals erfolgreich. Nach einer Kataraktoperation implantierte er eine Intraokularlinse aus Plexiglas in das menschliche Auge. Seitdem ist die Geschichte der intraokularen Kunstlinsen eine einzige Erfolgsstory.
Die Materialien und Linsendesigns wurden immer ausgefeilter. Schließlich gibt es seit einigen Jahren faltbare Intraokularlinsen, die durch extrem kleine Schnitte implantiert werden können. Hand in Hand ging die Entwicklung der katarakt-chirurgischen Techniken immer weiter. Schließlich gelang es, manchen Kunstlinsen auch noch eine besondere Fähigkeit zu geben.
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Akkommodation - Ferne und Nähe scharf abbilden
Akkommodation ist die Fähigkeit des menschlichen Auges, sich auf die jeweils gewünschte Entfernung scharf einzustellen. Dies erreicht das Auge durch Abkugelung seiner Augenlinse. Die Kugelform der Linse verstärkt die Brechkraft des Auges, so dass wir in der Nähe scharf sehen können, z.B. beim Lesen. Durch Verhärtung der Augenlinse lässt diese Fähigkeit im Leben nach, wir werden alterssichtig und brauchen eine Lesebrille.
Bei der Kataraktoperation werden nun die verhärteten Teile der Linse entfernt. Nach der Staroperation wird eine Kunstlinse eingesetzt, die sich abkugeln kann - die Alterssichtigkeit kann somit korrigiert werden. Dies ist seit einigen Jahren mit multifokalen oder akkommodierbaren Kunstlinsen möglich. Die multifokalen Linsen erreichen durch eine spezielle optische Oberflächengestaltung die Fähigkeit zum Nahsehen, während die akkommodierbaren Linsen dies durch eine Verschiebung ihrer Optik schaffen. |
In einer speziellen Voruntersuchung wird zunächst geklärt, ob der einzelne Katarakt-Patient zur Implantation einer akkommodierbaren oder multifokalen Linse geeignet ist. Dazu gehören unter anderem das exakte Ausmessen des Auges mittels Laserinterferometrie, die Analyse der persönlichen Augenhornhaut usw.
Wenn der Patient geeignet ist und über die entstehenden Kosten aufgeklärt wurde, erfolgt ein Gespräch mit dem Augenarzt. Trifft der Patient die Entscheidung für eine solche Speziallinse, wird die Operation vorbereitet. Die Kataraktoperation mit Implantation einer Speziallinse stellt erhöhte Anforderungen an den Operateur und sein Team: Es muss gleichzeitig eine Hornhautverkrümmung vermieden bzw. ausgeglichen werden, das Auge wird in Kleinschnittchirurgie operiert, der Kapselsack des Auges wird zur Aufnahme der Speziallinse vorbereitet, und schließlich wird die Linse gefaltet implantiert. Dazu braucht es ein erfahrenes und gleichzeitig modernes OP-Team, wie es in unserer Praxis/Klinik schon einigen tausend Patienten helfen konnte.
Nach der Operation ist im Idealfall für Ferne und Nähe keine Brille mehr nötig. Wenn auch nicht in allen Fällen Brillenfreiheit garantiert werden kann, so ist die Abhängigkeit von der Brille doch in jedem Fall geringer. Freuen Sie sich auf Ihre neu gewonnene Sehfähigkeit! |