1. Formen und Therapie
2. Schutzmöglichkeiten
3. Lidspaltenfleck
4. Bindehautunterblutung
5. Das Flügelfell (Pterygium)

Welche Formen der Bindehautentzündung gibt es?
Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist die bekannteste und häufigste Erkrankung der Bindehaut bzw. der Augen generell. Man muss die Entzündung durch Ansteckung von der allergischen Entzündung unterscheiden. Erstere wird meistens von Viren und nicht ganz so häufig von Bakterien und Chlamydien hervorgerufen. Die Einordnung nur durch reinen Anblick bereitet selbst dem Augenarzt manchmal Schwierigkeiten. Als dritte gibt es noch die Entzündung durch äußere Reize physikalischer oder chemischer Art.

Bei milden Formen der virusbedingten Bindehautentzündung (eher wässrig und nur morgens verklebt) ist die Behandlung symptomatisch, d. h. es werden Tropfen gegen die Hauptbeschwerden gegeben. Ursächlich lässt sich bei virusbedingten Augenentzündungen nicht vorgehen. Juckt das Auge mehr oder stört die Rötung, ist es geschwollen oder reibt, gibt es je nach Beschwerdeschwerpunkt verschiedene Kombinationsmedikamente in Tropfenform, die hier lindernd wirken. Auch einige pflanzliche Präparate können sehr angenehm sein. Häufig findet sich neben den Reizerscheinungen am Auge auch ein kleiner druckempfindlicher Lymphknoten vor dem Ohr. Aufgrund der guten Immunabwehr der Bindehaut, hat man es meist mit einem harmlosen viralen "Augenschnupfen" (viele Schnupfenviren können auch das Auge befallen) zu tun, der nach einer Woche von selbst verschwindet.

Es gibt jedoch auch schwere Formen, die hochansteckend sind. Sie breiten sich epidemieartig aus. Ganze Wohnblocks oder Kindergärten sind betroffen. Man spricht deshalb auch von einer „Konjunktivitis epidemica“. Sie dauert 2-3 Wochen und die Hornhaut ist auch erkrankt (Keratokonjunktivitis). Virusentzündungen mit Hornhautbeteiligung können Flecken in der Hornhaut hinterlassen (Nummuli), die Jahre erhalten bleiben und das Sehen einschränken können.

Bakteriell bedingte Entzündungen können durch entsprechende antibiotische Augentropfen bekämpft werden. Bei stärkerem bakteriellem Befall, der sich meist in nicht nur morgendlichem gelbem Schleim (wie bei der virusbedingten Bindehautentzündung), sondern auch in ständigem Verklebtsein der Augen den ganzen Tag äußert, muss unbedingt mit Antibiotika behandelt werden, da sonst die Gefahr von Oberflächenschäden bis zu dauerhaften Narben oder Erblindung besteht. Diese extremen Folgen sind jedoch selten. Sehr gefährlich sind auch Bindehautentzündungen bei Neugeborenen, die sie sich im Geburtskanal geholt haben. Vorbeugend gibt man ihnen daher in der Regel spezielle Augentropfen nach der Geburt. Diese führen manchmal zu einem leichten Reizzustand der Bindehaut innerhalb 24 Stunden, der nach weiteren 24 bis 48 Stunden wieder abklingt. Dies ist nicht behandlungsbedürftig. Tritt jedoch am 2. bis 5. Tag eine deutliche Bindehautentzündung auf, muss unbedingt genau geklärt werden worum es sich hier handelt.

Bei der allergischen Bindehautentzündung sind Blütenpollen (Heuschnupfen) oder viele andere Stoffe, die ans Auge kommen die Ursache eines starken Tränens und Juckens. Es findet sich kaum gelblicher Schleim wie bei der bakteriellen Entzündung. Die Unterscheidung von der viralen Entzündung kann allerdings schwerer sein. Behandelt wird die allergische Entzündung durch antiallergische Augentropfen, die teilweise auch vorbeugend gegeben werden.

Physikalisch und chemisch bedingte Bindehautentzündungen entstehen durch Oberflächenschäden der Bindehaut durch starke Kälte, starke Austrocknung durch Zug, UV-Strahlung, Säuren und dergleichen mehr.
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