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| Die Kollagenvernetzung |
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| Fortgeschrittener Keratokonus |
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Die Augenhornhaut (Cornea) ist aus verschiedenen feinsten Gewebebestandteilen aufgebaut, die in ihrem Zusammenspiel die Struktur und Funktion der Cornea ausmachen. Dabei haben regulär angeordnete filigrane Kollagenfasern die Aufgabe, die Festigkeit und Klarheit der Hornhaut zu sichern. |
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Beim Keratokonus ist der Zusammenhalt zwischen den Kollagenfasern und damit ihre Anordnung in der Hornhaut gestört. Das führt zu einer Verdünnung sowie einer verminderten Festigkeit der Cornea und schließlich zum Ausbeulen der Hornhaut nach vorne. Das Sehvermögen ist dadurch beim Keratokonus erheblich eingeschränkt. |
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Mit den bereits beschriebenen intracornealen Ringsegmenten (ICR) kann die Form der Hornhaut wieder reguliert werden. Dies führt in der Regel zu einem deutlich verbesserten Sehvermögen. Zusätzlich ist es nun mittels der so genannten Kollagenvernetzung möglich, auch die feinen Verbindungen zwischen den Kollagenfasern zu verdichten und die Stabilität der Hornhaut zu festigen. Damit wird der Zusammenhalt der Kollagenfasern wieder gestärkt und nach den bisherigen Erkenntnissen – die Erfahrung beträgt ca. acht Jahre – das Fortschreiten der Erkrankung verhindert. Zunächst also wird die Hornhaut mit den Ringsegmenten „in Form gebracht“, danach wird diese Form mittels Kollagenvernetzung stabilisiert. |
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Auch kann eine reine Kollagenvernetzung ohne vorherige ICR-Implantation sinnvoll sein. So liegen im Frühstadium des Keratokonus oft noch keine deutlichen Formveränderungen der Cornea vor. Gerade dann ist eine Kollagenvernetzung sinnvoll, weil so einer Ausbeulung der Hornhaut vorgebeugt und der Krankheitsverlauf aufgehalten werden kann. |
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Obwohl das Verfahren der Kollagenvernetzung bereits seit 1999 angewendet wird, befindet sich das Verfahren juristisch noch im Stadium der klinischen Erprobung. Deshalb müssen auch die Nachkontrolltermine streng eingehalten werden. Nach den Eingriffen ist eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens die Regel. Im Durchschnitt verbessert sich das Sehvermögen um vier Sehschärfestufen (z.B. von 40 Prozent auf 80 Prozent).
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Wie funktioniert eine Kollagenvernetzung?
Nach örtlicher Betäubung von Horn- und Bindehaut mit Tropfen wird unter dem Operationsmikroskop zunächst die oberflächliche Hornhautschicht (Epithel) entfernt. Anschließend wird Vitamin B2 (Riboflavin) auf die Hornhaut gegeben, und für etwa eine halbe Stunde werden UVA-Strahlen auf die Hornhaut gerichtet. Nach der Behandlung schützt eine dünne Verbandskontaktlinse das Auge. Das Prinzip des Fotosensibilisators wird übrigens auch bei anderen Biomaterialien, beispielsweise bei der Implantation von Herzklappen, angewendet. |
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Wie ist der weitere Verlauf? Durch die Verfestigung der Hornhautsubstanz kann vorübergehend ein leichter Haze, also eine oberflächliche Trübung der Hornhaut, entstehen. Mit der Zeit wird die vernarbte Gewebesubstanz noch regulär, d.h. der Haze verschwindet nach zwei bis drei Monaten. Persistierender Haze kann auch durch eine PTK (Phototherapeutische Keratektomie) beseitigt werden. Solange das Deckhäutchen (Epithel) noch nicht zugewachsen ist, können nach einer Kollagenvernetzung in den ersten Tagen Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl im Auge, Brennen und Tränenfluss auftreten.
Diese vorübergehenden Beschwerden lassen sich durch Medikamente beseitigen oder zumindest lindern. Zeitweise kann die Lichtempfindlichkeit gesteigert und die Nachtfahrtauglichkeit eingeschränkt sein. Das Sehvermögen erholt sich nach etwa drei bis fünf Tagen. Eventuell wird eine Wiederholung des Eingriffs nach einigen Jahren nötig. |
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Biomechanik verbessert, Tiefenstrucktur unverändert (149kB)
Physikalische Grundlagen der Kollagenvernetzung mit Riboflavin/UVA-Licht
Bericht der Kongresszeitschrift ON, die anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Augenchirurgen vom 17. bis 20. Mai 2007 in Nürnberg erschienen ist. |